Neukaledonien

12. August 2007:  Die Iles des Pines war eines unserer Highlights auf der Reise. Sicher, die Insel ist nicht vergleichbar mit der einmaligen Atmosphäre von Galapagos oder den Marquesas, auch nicht mit den einsamen Atollen von den Tuamotus oder den Kuna-Indios von San Blas, aber sie bietet eine ideale Kombination: langer, weißer Sandstrand & türkises, klares Wasser & freundliche Melanesier & Minimal-Tourismus, was bedeutet: ein paar Möglichkeiten für einen Auswärts-Drink, ein leckeres Restaurant im wenig gebuchten Oure Resort, wenig Leute am Strand, Claudias Lieferservice von frischem Brot (Boot „Ganesh“) und fünf Fußminuten weg die Traumbucht schlechthin.

Für dieses Foto der Baie de Kanuméra zitiere ich nur Egon v. d. „Ganesh“: „Wenn man dort ankert, muss man nach einer Zeit wieder weg. Es ist so schön, das hält man nicht aus.“

So vergehen die Tage gemäß dem Motto „another day in paradise“....bis plötzlich lautes Kreischen Alfred und Steffie aufschreckt. Anna, Isabell und Kilian stehen aussen am Rumpf des Bootes auf der Scheuerleiste und schreien. Ein Blick ins darunterliegende Dinghy und der Grund wird klar. Eine kleine, etwa 40 cm lange weiß-schwarz geringelte Seeschlange (eine der giftigsten der Welt) hat es sich dort gemütlich gemacht. Kilian war schon drin, aber logischerweise schnell wieder draussen. Alfred schmiss sie dann ins Wasser. Die Schlangen sind absolut unaggressiv und beissen normalerweise nicht. Leider war aber unser Schreck so groß, dass wir nicht daran dachten, die Szene zu fotografieren.

Foto: Läuft ein Kreuzfahrtschiff ein kommt Leben in die sonst eher träge Insel. Die Bewohner der Iles des Pines warten auf ihren Auftritt.

Ansonsten fällt uns auf, dass wir erstaunlich viele deutsche Segler treffen. Einmal waren es in der Baie de Kuto (Iles des Pines) von 11 Booten: 5 deutsche, 1 österreichisches, 1 schweizerisches..... In der Marina Nouméa und den umliegenden Ankerplätzen sollen es Hörensagen zufolge gar 12 deutsche Boote sein. Übrigens alles Langzeit-Segler, zwischen fünf und zwanzig Jahren unterwegs. Sie sind oft schon mehrere Jahre hier. Selbst wenn es nur die Hälfte sein sollte, stellt sich die Frage nach dem Warum? Für uns ist die Antwort klar: Das Klima ist schön erträglich, der Wechsel nach Australien während der Zyklonsaison nicht weit und es ist quasi die letzte Station im Pazifik. Neukaledonien Richtung Westen verlassen heißt: Bye, bye Südsee!! Wer trennt sich schon gerne von hier.

19. Juli 2007: Wir sind in Nouméa, der Hauptstadt von Neukaledonien. Erster Eindruck: Nicht so laut und so viel Verkehr wie in Papeete, die Menschen - von Behörden über Marina-Mitarbeiter bis zum Passanten - sind sehr freundlich, die Marina Port Moselle ist gut geführt, die naheliegende Bar/Brasserie empfehlenswert, die Markthalle mit Fisch- und Gemüsemarkt und leckeren Croissants nur 5 Fußminuten entfernt in Sichtweite, nur das Hafenwasser stinkt oft grauenvoll. Während wir diese Zeilen schreiben tönt neben uns Hans Albers aus dem Lautsprecher eines befreundeten Bootes (auch in Cuxhaven registriert) zu uns herüber. Die ebenfalls in Cuxhaven registrierte „Spirit of Adventure“ mit Peter, den wir seit Tahiti und Auckland kennen, kam zufällig wenige Stunden vor uns hier an und nun liegen wir Heck an Heck am Pier.

Die Überfahrt von NZ hätte zumindest die ersten Tage gemütlicher sein können. Teilweise schaukelten uns noch 4 bis 5 m Schwell - Überbleibsel des starken Windes - hin und her. Doch täglich wurde es besser. Doch es wäre nicht normal, wenn nicht etwas kaputt ginge. Unsere Rigger meinten wohl, ein simpler Knoten anstelle eines seemännischen passenden tut es auch, um die Leine zum hydraulischen Herausziehen des Unterlieks im Baum zu befestigen. Kurzum: Die Leine riss, wir konnten kein Groß mehr setzen und hatten darüber hinaus das Problem, wie wir die Leinenkonstruktion über mehrere Umlenkrollen im geschlossenen Baum wieder hinbekommen sollen. Für Alfred stand also nach dem Ankommen das bekannte Reparieren auf dem Programm - irgendwie scheint es ihm nicht vergönnt, von unseren Zielen recht viel mehr als unsere Liegeplatz zu sehen. Seine Bemühungen waren jedoch von Erfolg gekrönt.