Singapur/Malaysia

 

6. Dezember 2007 - Die fünf Tage in Telaga Harbour vergehen wie im Flug. Wir können zum ersten Mal in Langkawi am Strand neben der Marina schwimmen gehen, in sauberem, wenn auch trübem Wasser. Während die Kinder im interaktiven Spielzimmer der Marina toben, steigen die Eltern über 300 Treppenstufen zu den 7 Brunnen hinauf - die Wasserlöcher in Stein laden zum Baden ein. Direkt darunter donnert der Wasserfall ins Tal. Alfred tut noch mehr für die Fitness und rennt den Berg hinauf zur Bergstation der Seilbahn. Abends stehen immer schwere Entscheidungen an: Ist uns nach Tapas, nach italienisch, russisch, chinesisch, Steak oder arabisch? Die Auswahl an Lokalen lässt wenig Wünsche offen. Allerdings ist die Qualität nicht überall gleich gut und wir bleiben meist bei Tapas-Bar und Italiener. Die von einem Österreicher geführte Tapas-Bar schenkt auch Weißbier aus und wir sind glücklich.

Foto: Urlaubsstimmung auf Langkawi - Alfred segelt mit unserem Tinker-Segeldinghy zwischen den Booten, die vor der Telaga Marina ankern. Die Ankerdichte erinnert uns hier übrigens stark ans Mittelmeer, der Blick auf die Berge etwas an die Südsee.

1. Dezember 2007 - Wir verlegen uns vom Royal Langkawi Yacht Club in die Telaga Harbour Marina im Nordwesten der Insel. Wir haben sie auf unserer Sightseeing-Tour mit dem Moped entdeckt und sind begeistert. Zunächst genießen wir aber noch die Nähe zu Kuah mit seinen kleinen Restaurants. Unser Favorit ist der Wonderland Foodstore. Für gut 15 Euro gibt es für uns fünf ein überreichliches und absolut leckeres Abendessen. Ausserdem stocken wir unseren Biervorrat auf, denn die Versorgungsmöglichkeiten für Bier und Wein werden, je näher wir dem Roten Meer kommen, immer schlechter.

Foto: In München geht es das Isar-Hochufer entlang zum Biergarten. In Langkawi spazieren wir auf Stegen durch den Mangroven-Wald zum Thai-Restaurant. Ob Paulaner oder Tiger, am Ende zählt nur ein Lohn: Das kühle Bier.

27. November 2007 - Landfall in Langkawi. Wir ankern in mondheller Nacht in der Südbucht von Pulau Singar Besar, einer netten kleinen Insel. Nachts um eins fallen wir müde in die Betten. Der Ankerplatz ist ruhig auf moderater Tiefe von 9 m. Am nächsten Morgen geht es weiter zum Royal Langkawi Yachtclub, Kuah.

Foto: Am Morgen sahen wir, wo wir geankert hatten - eine schöne Kulisse, leider unter trübem Himmel.

25. November 2007 - Wieder einmal kein Wind, und wenn, dann direkt von vorn. Malaysia empfängt uns also nicht als seglerfreundliches Land, zumindest was die Winde betrifft. Unsere Nachtfahrten sind problemlos, obwohl, manchmal kommen wir uns vor wie Nemo, als er durch den Quallenschwarm schwamm - Fischer links, Fischer rechts. Zwei versuchen unseren Bug zu queren, möglichst knapp, damit die bösen Geister auf unser Schiff überspringen. Uns ist das Risiko zu groß, dass sie unsere Geschwindigkeit unterschätzen und wir sie rammen. Sie sind hartnäckig und lassen sich auch von 90° Manövern nur mühsam abschütteln. Doch wir gewinnen, die bösen Geister bleiben, wo sie waren.

12. bis 23. November 2007 - Nach der aufregenden Nachtfahrt durch die Straße von Singapur genießen wir die Zeit in der Raffles Marina, die 2007 zur besten Marina Asiens gekürt wurde. Wohl gerade noch rechtzeitig. Mittlerweile wird in Seglerkreisen die 0°15 auf Sentosa höher gehandelt, doch ist sie noch nicht komplett fertig und wir wollten kein Risiko eingehen. Die Flamenco Marina in Panama mit ihren teilweise noch unfertigen Stegen ist uns noch gut in Erinnerung. Ausserdem gibt es wohl noch keine Reparaturmöglichkeiten und keinen Marine-Shop. So entscheiden wir uns für das Bewährte und liegen nicht falsch.

Foto: Swimmingpool der Raffles Marina - und - der rote Punkt - unsere Kids.

Wir fahren nachts östlich in das Verkehrstrennungsgebiet ein - quasi die Autobahn für die Großschifffahrt. Eine der meist befahrenen Wasserstraßen weltweit. Wir finden eine Lücke und kreuzen die Schifffahrtsstraße mit Vollgas. Neben uns, hinter uns und auch seitlich von uns (vor Anker) liegen die großen Pötte. Die Tanker haben Riesenmaße. Wieder einmal sind wir froh über unser Radar. Man erkennt leichter den Abstand und die Geschwindigkeit - vor allem nachts. Zudem fahren wir doppelte Schicht, es sind also immer zwei wach.

In Singapur regiert der bedeckte Himmel - jedenfalls die meiste Zeit. Nahezu täglich prasseln Regenschauer nieder und Steffie und Anna   beeilen sich, die Wäsche rechtzeitig ins Boot zu bringen. Alfred schwitzt im Motorraum bei gut 40 Grad, als er das Boiler-Thermostat wechselt. Abends treffen wir uns mit den Crews von Uhuru, Phoenix und Makani, die nach und nach eintrafen, im Pub zu Weißbier (endlich wieder!) und Wein. Die Kids genießen den Pool, die Bowling-Bahn und den Computerspiele-Raum.

Singapur gefällt uns, die statt ist sauber, aber nicht rein, um eine alte Waschmittelwerbung zu zitieren. Die Leute sind freundlich und die bunte Mixtur von Inderinnen in traditionellen Gewändern, jungen Chinesen und Singaporeans (oder wie sie heissen) mit poppigem Haarschnitt und Handy im Dauertalk, dezent gekleideten Muslimen und ein paar Europäern gefällt uns. Essen könnte man pausenlos und die Wahl fällt schwer zwischen den vielen kleinen Restaurants und Imbissbuden in den Einkaufszentren. Natürlich steht der Besuch im Zoo auf dem Programm. Wir wollen wissen, ob sein Ruf, der beste der Welt zu sein, auf gutes Marketing beruht oder tatsächlich gerechtfertigt ist.

Foto: „Gilt der Stinkefinger mir?“, fragte sich die Fotografin.

Man fühlt sich, als ob man durch den Regenwald läuft. Orang-Utans schwingen sich über unseren Köpfen durch die Bäume, Elefanten manchen eine Show und die weißen Tiger spielen mit ihrem Ball. Bei einer Riesenschlage mit einem Kopf in der Größe eines Tellers und einem Durchmesser von gut 15 bis 20 cm sind wir froh, dass sie hinter Glas liegt. Nur die Komodo-Warane sind nicht zu sehen. Gut, dass wir die Spezies schon in Rinca ausgiebig besichtigt haben.