Thailand

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1.2.08 - Es ist wieder repariert. In einer Rekordaktion hat Alfred die Unterwanten ausgebaut, Teile nach Deutschland geschickt und wieder zurück erhalten. Es ging schneller als gedacht und wir können nun endlich unsere Reise in die Malediven und zurück nach Hause fortsetzen. Wir hatten sogar mit einem Jahr bzw. Sommer Pause geliebäugelt, doch letztlich hat uns Kilians Schulzukunft davon abgehalten, da es für ihn bedeutet hätte, im September in eine neue Schule zu gehen und nach drei Monaten wieder weiterzusegeln und sich das Jahr darauf wieder eingewöhnen zu müssen.

19.1.08 bis 23.1.08 - Man könnte es einen kleinen Ausflug nennen, wenn er denn beabsichtigt gewesen wäre. Nach zwei Nächten und gerade vor dem Sombrero Channel in den Nicobaren bricht uns eine diagonale Unterwante, die den Mast stablisiert. Weiterfahren ist zu gefährlich, also drehen wir um. Die Fahrt zurück gegen Wind und Wellen kommt uns doppelt so lange vor als die Fahrt weg von Thailand. Nick von der Yacht Haven Marina hat glücklicherweise einen Stegplatz für uns freimachen können, so steht einer Reparatur nichts mehr im Weg.

18.1.08 - Der Wind ist endlich da, wir müssen/wollen los zu den Malediven. Wir fühlen uns schon fast wie Langzeitsegler, hier in der Nai Harn Bucht. So lange war unser Anker noch nie an einem Platz. Es ist  schön hier, wenn der Wind passt und der Schwell der Andamanen See nicht in die Bucht drückt. Die Kinder finden schnell Freunde am Strand. Für ein Tage kommen auch ihre alten Freunde von der „Tradewind“ wieder. Steffie bringt Kilian und Isabell zum Spielen auf das holländische Boot und eine halbe Stunde später stockt ihr fasst der Atem: Koen und Bella, die beiden Erstklässler, segeln mutterseelen-allein quer durch die Bucht zu uns herüber.

Bella steuert (zum 2ten Mal in ihrem Leben), fährt Wenden wie eine Alte. Überhaupt ist die nächsten Tage Dinghy-Segeln in wechselnder Besatzung angesagt. Ansonsten stehen die üblichen Vorbereitungen für eine längere Seereise auf dem Programm: Mindestens 4 Supermärkte besuchen, um die Einkaufsliste abzuarbeiten, 300 Dosen Bier bunkern (es muss reichen bis Ägypten, dazwischen gibt’s keins oder nur sehr teuer), waschen, Boot putzen, kleine Instandhaltungsarbeiten, und abends eben zum Seglerstammtisch beim Wirt in der Ao Sane Bucht. Seit 16.1. ist auch Lisa hier, unsere Mitseglerin aus Kalifornien, die trotz Jet-lag klaglos die Abende im Restaurant durchhält. Ausserdem befriedigen Alfred und Steffie ihre Entzugserscheinungen mit einem durchaus achtbaren Leberkäs und Spiegelei in der „German Bakery“.

8.1.08 - Nach drei Wochen geht es für Steffies Eltern wieder nach Hause. Die Tage vergingen wie im Flug. Nach einer Einführung in thailändisches Essen mit einer scharfen Tom Yum Goong Suppe bei Phen fahren wir nach Koh Phi Phi Don, wieder an unseren Ankerplatz beim Monkey Beach. Steffies Bruder, auf Rundreise in Asien, kommt auch für einige Tage zu uns. Am Heiligabend liegen wir allein (auch das gibt es noch) an einer Mooring-Boje zwischen einem aus dem Wasser ragenden Felsen und einem pittoresken Sandstrand.

Foto: Impressionen von unserem „Heiligabend-Ankerplatz“.

Einziger Nachteil: Es schwellt und „Verena“ rollt leicht hin und her. Als das Gesicht von Steffies Bruder immer grüner wird, entscheiden wir uns, die geplanten Feierlichkeiten abzukürzen. Statt Tapas gibt es für ein paar Gäste Seekrankheitstabletten.

Foto: Einer liegt schon flach, der Rest lächelt noch - Heiligabend in Koh Phi Phi.

Am nächsten Morgen geht es zurück zum Ankerplatz vor dem Strand mit seiner Affenkolonie. Von 10 Uhr bis 16 Uhr wechseln sich die Touristenboote im Minutentakt ab. Anscheindend sind auch die Affen für die Touristen angeheuert. Pünktlich mit dem ersten Boot sind sie am Strand und lassen sich füttern.

Um 17 Uhr scheint der Arbeitstag jedoch zu Ende und kein Affe ist mehr zu sehen. Trotz der Touristen ist es aber noch erträglich hier, verglichen zur Maya Bay auf Koh Phi Phi Le.

Bis zum Neujahr arbeiten wir uns langsam zur Surin Bay hoch. Einige Tage genießen wir vor Koh Mai Ton, einer schönen Insel mit klarem Wasser (in Thailand nicht überall der Fall) und einer außer Betrieb genommenen Hotelanlage. Wir landen am Pier und ein Golfcart holt uns ab. Große Fragezeichen in unseren Gesichtern. Fruchtdrinks warten schon auf uns. Ob das Restaurant geöffnet sei? Nein, aber man könne uns etwas machen. Na klar, wir sind hungrig. Als die kleine Portion Fried Rice auf dem Tisch steht, erklärt uns der Manager: „Seit gestern haben wir für Tagesgäste geöffnet. Es kostet 700 Baht pro Person, Wasser, Fried Rice, freie Handtücher am Strand inbegriffen.“ Man reinigt sogar den Pool für die Kids. Also schlucken wir kurz, zahlen die knapp 100 Dollar und verbringen den Tag am Strand. Koh Mai Ton ist mangels Hotelgästen eine sehr ruhige Insel und wir bleiben einige Tage hier, allerdings am Boot. Das war uns gemessen am Preis-Leistungsverhältnis doch zu teuer.

Foto: Abendhimmel über Mai Ton.

Oma und Opa samt Steffies Bruder Florian bekommen schnell einen Einblick in den Segleralltag: Schwellige Ankerbuchten, die uns nachts die Flucht ergreifen lassen, nasse Überfahrten im Dinghy mit Beinahe-Kenterungen in den Brechern die in Nai Harn und in der Surin Bay an den Strand knallen. Doch sie sind tapfer. Silvester verbringen wir im Restaurant des Chedi-Resorts. Mit Bikini und Badehose fahren wir durch die Brecher an Land, ziehen uns am Strand um, um dann nur wenig lädiert aber nicht ganz so aufgetakelt wie die Hotelgäste im Restaurant zu sitzen.

Foto: Finster blickt das Lobster-Auge, wenn er liegt da in der Lauge.

Das anschließende Feuerwerk genießen wir vom Boot aus. Einfach gigantisch, was die chinesische Feuerwerksindustrie so hervorbringt, etwa Lichterbälle die dann wie Lampions zu Boden gleiten. Der Hit aber sind die etwa 1 m hohen, 70 cm weiten Seidenpapier-Ballons. Sie werden wie ein Heißluftballon mit offenem Feuer gezündet und in den Nachthimmel entlassen.

Die letzten Tage sind wie Urlaub. Wir grillen uns auf dem Teutonengrill in der Nai Harn Bucht, die uns bisher von den typischen Urlauberplätzen am besten gefällt, und treffen unsere Freunde von der „Uhuru“ wieder. Abends sitzen wir bei Tiger und Thai-Essen im kleinen Lokal in der neben Nai Harn liegenden, kleinen Ao Sane Bucht, einem bei den Deutschen beliebten (sind wir deshalb so gern hier?) Segler– und Taucher-Treff.

Foto: Wer will hier noch weg? Das Strandrestaurant in Ao Sane, auch „Jungle Bay“ genannt.

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